Wer Kommentare liest und Nachrichten verfolgt, kann leicht den Eindruck gewinnen, wir lebten in einer permanenten Vorstufe zur Katastrophe. Psychologisch ist dieses Empfinden nachvollziehbar. Es sagt jedoch oft mehr über die Art der Berichterstattung aus als über die tatsächliche Lage. Doch wie sieht es wirklich aus? Ist es eine verzerrte Wirklichkeit, die uns da täglich präsentiert wird?
Unser Alltag in Deutschland ist, allen Problemen zum Trotz, weiterhin stabil, friedlich und gut organisiert. Die Diskrepanz zwischen medialer Dramatik und gelebter Realität ist groß. Und doch führt genau diese ständige empfundene Krise und Bedrohungslage zu einer kollektiven Erschöpfung, Anspannung und Stress. Die zunehmende Zahl von Resilienz-Ratgebern und -Podcasts ist da ein gut sichtbarer Indikator. Die Suche nach einfachen Lösungen, Polarisierung und Agression ist ein zusätzliches Zeichen dieser Verzerrung.
Ich will damit keinesfalls echte Krisen oder das Leid anderer Menschen leugnen: Kriegsopfer, Geflüchtete und Menschen in Not verdienen unsere volle Aufmerksamkeit und Empathie. Es geht mir vielmehr um unsere Wahrnehmung im eigenen Umfeld.
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